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Fahrradgeschichte

Riese und Müller über ihre Anfänge, die Schwierigkeit Geldgeber zu finden und Ihre Leidenschaft für Fahrräder

Interview mit Markus Riese von Riese und Müller zum 25 jährigen Firmenjubiläum über deren Gründung im Jahr 1993, ihre Idee des perfekten Faltrades und die Schwierigkeiten dafür Geldgeber zu finden.

Riese und Müller über ihre Anfänge, die Schwierigkeit Geldgeber zu finden und Ihre Leidenschaft für Fahrräder

Wer sind Sie und was ist Ihre Funktion bzw. Ihr Hintergrund bei Riese und Müller?

Markus Riese: Mein Name ist Markus Riese von Riese und Müller. Ich habe die Firma 1993 mit meinem Studienfreund Heiko Müller gegründet. Wir hatten zusammen Maschinenbau an der TU Darmstadt studiert. Der Grund damals war, dass wir gerne Fahrrad gefahren sind und unser tolles, sportliches Fahrrad überall dabei haben wollen. Egal ob wir mit dem Zug unterwegs sind, mit Freunden irgendwo – und da kam natürlich die Idee des Birdy. Ein Fahrrad zu beschaffen was sich nicht nur gut faltet sondern auch gut fährt und war damit eigentlich ein ganz spannendes Produkt in unserer Geschichte.

So fing Riese und Müller an - das Birdy in der Version von 2017Das Birdy von Riese und Müller - ein vollgefedertes Faltrad, welches sich sehr unkonventiell zusammenklappen lässt, sehr wenig Platz wegnimmt und für ein Faltrad erstaunlich viel Fahrkomfort bietet


Können Sie uns noch ein wenig mehr zu Ihren Anfangsjahren erzählen? Wie war die Entwicklung von Riese und Müller und die Resonanz auf Ihr Projekt?

Markus Riese: Das war natürlich schon eine spannende Zeit, weil das Fahrrad natürlich nicht diese Stellung in der Gesellschaft gehabt hat wie heute. Das heißt, wir waren natürlich völlig überzeugt davon das man, dass wir so ein Produkt bräuchten. Aber wenn man natürlich mit so einer Idee auf Banken zugegangen ist, die haben das natürlich erstmal für eine sehr spinnerte [verrückte] Idee gehalten. Ein Fahrrad darf ja maximal 300 D-Mark oder 600 D-Mark kosten, aber das da jemand ein Faltrad machen möchte, welches dann vielleicht 1500 D-Mark kostet… Das war natürlich nicht vorstellbar, dass man sowas auf dem Markt verkaufen kann. Aber natürlich gab es auch andere Menschen zu der Zeit schon, welche wie wir Fahrrad-Enthusiasten waren und davon begeistert waren. Insoweit war es schön, dass wir dann doch in so kleinen Bereichen auch Freunde dafür gefunden haben. Das hat sich ja dann doch ganz positiv entwickelt wenn man sich anschaut was der heutige Stand ist.

Riese und Müller - ein Premium Hersteller aus Weiterstadt - welcher sich seit einigen Jahren nahezu ausschließlich auf das Thema E-Bike und E-Mobilität konzentriertRiese und Müller macht heute wie damals von sich reden - In Partnerschaft mit dem Bosch Konzern werden neue Technologien entwickelt und vorangetrieben - seien es ein ABS für Pedelecs, die Option zwei Batterien gleichzeitig zu verwenden (Dual-Battery) oder aber die saubere Integration von Akkus in den Fahrradrahmen


Riese und Müller war in den Anfangsjahren viel auf Erfinderwettbewerben. Können Sie dazu ein wenig erzählen, wie es dort ablief und welche Auszeichnungen gewonnen werden konnten und welche vielleicht auch nicht?

Markus Riese: Also das war relativ zu Beginn. Wir hatten an dem Fahrrad schon die ersten Ideen entwickelt gehabt oder wir hatten das einfach konstruiert gehabt schon. Dann gab es einen Wettbewerb, welchen wir durch Zufall damals in unserer lokalen Zeitschrift gesehen hatten. Die hessische Mittelstands-Beteiligungs-Gesellschaft hatte einen Innovationspreis ausgeschrieben. Und wir dachten, dass die Kriterien welche darin genannt waren wie „ein umweltfreundliches Produkt von einem kleinen, oder mittelständischen Unternehmen, was kurz vor der Serienreife steht“, klang für uns spannend. Der einzige Punkt – kurz vor der Serienreife war nicht ganz gegeben. Und wir haben uns dann entschlossen in Windeseile Aluminiumprofile zu besorgen und in der Garage von Heikos Eltern den ersten Prototypen selber von Hand zu bauen. Wir hatten kurz davor ein Schweißgerät gekauft zum Aluminiumschweißen. Wir haben natürlich eine längere Historie. Das war nun nicht das erste Fahrrad, welches ich selbst gebaut hatte. Ich hatte schon mit 14 angefangen selbst Fahrräder zu bauen. Aber das war dann doch ein ambitioniertes Projekt. Es wurde dann doch belohnt, sodass wir einen Sonderpreis bekamen. Was für uns gut war, da das dann natürlich mit allen anderen Thematiken ein Zeichen dafür war, dass es doch auch positiv aufgenommen wird.

Das Birdy von Riese und Müller ist mehr als nur ein einfaches Faltrad - hier ist jedes Detail durchdachtDas Birdy von Riese und Müller will mehr sein als ein klappriges Klappfahrrad - deswegen sorgen Hinterbau und Vorderradfederung für ein sanftes und angenehmes Fahrverhalten, ohne die Wendigkeit und Verstaumöglichkeit eines Faltrades missen zu müssen

Was war die erste Eurobike [größte Fahrradmesse der Welt am Bodensee] oder erste Fahrradmesse, an welcher Riese und Müller teilgenommen hat?

Markus Riese: Das war auch 1993. Da waren wir dann erstmalig auf der Eurobike. Wir hatten die Firma im Januar 1993 gegründet und Heiko war damals schon sehr Visionär was die Firmenentwicklung betraf. Er hatte gesagt „ja, wir müssen uns gleich dann für die Eurobike anmelden“. Ich war da noch etwas zögerlicher, aber natürlich haben wir das gemacht und hatten dort unseren ersten Messestand mit unserem Prototypen vom Birdy ausgestellt. Ebenso auch noch Helmzubehör, was wir dafür entwickelt hatten.

Wie kann man sich die Eurobike im Vergleich zu heute [2017] vorstellen, was hat sich verändert, was ist gleich geblieben?

Markus Riese: Die Eurobike hat sich schon etwas gewandelt. Aber ich muss sagen, es ist von damals schon etwas übriggeblieben. Sie war damals einfach von dem Mountainbike-Boom geprägt. Es war so eine Aufbruchsstimmung vorhanden, von sehr sehr jungen Unternehmen welche auch sehr verrückte Ideen hatten. Das hat sich auch in den Messeständen widergespiegelt. Da wurden aus gewissen Schrottteilen Messestände gezaubert und es waren echt kreative Ideen zu sehen. Es gab so eine Partycommunity – ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben ausgedrückt – aber es hatte schon mehr den Flair als diese professionelle Messe, wie die Eurobike es inzwischen geworden ist. Aber ich denke die Eurobike hat von dieses Anfangsjahren doch schon auch etwas rüber gerettet und hat auf jeden Fall eine ganz andere Emotionalität als wenn man jetzt beispielswiese auf eine Hausgerätemesse geht. Es gibt ja so viele andere Messen, welche einfach nicht diesen Spirit haben, welchen die Eurobike sich bis jetzt bewahrt hat.

Die Eurobike lockt seit Jahrzehnten Fahrradverrückte an den BodenseeBesucher der Eurobike Fahrradmesse waren auf den Beginn einer Fahrradshow



Das Interview wurde für "Alles Fahrrad" von Christoph Schadi im Rahmen der Eurobike 2017 geführt. Vielen Dank an Markus Riese von Riese und Müller für seine Zeit und den interssanten Einblick in seinen Hintergrund und die Anfangsjahre von Riese und Müller.

Das Interview mit Riese und Müller zu deren Geschichte und Hintergrund  finden Sie ebenfalls auf unserem Youtube-Kanal in audiovisueller Form.

 
 

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