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Fahrradtypen

Fatbike

Leitet sich von den englischen Wörtern „fat“ und „bike“ ab, zu Deutsch also sinngemäß fettes Fahrrad, eine in Deutschland relativ neue Fahrradgattung, welche aus den USA stammt und auch in Deutschland nach und nach massiver vermarktet wird. Maßgeblich für den Namen sind seine bis zu 4,8 Zoll breiten Reifen, sowie die entsprechenden Felgen und Gabeln, welche für diese Reifenbreite ausgelegt werden müssen.

Fatbike

Reifen am Fatbike

Fatbikes sind mit 4 Zoll oder 4,8 Zoll breiten Reifen bestückt, welche in etwa mit 80 Euro pro Reifen zu Buche schlagen, diese haben in der Regel einen Außendurchmesser von 26 Zoll bzw. 559mm. Aufgrund ihrer Größe benötigen sie auch einen etwas größer demissionierten Schlauch, welcher ebenfalls etwas mehr kostet als ein herkömmlicher Schlauch. Da die Reifen selbst mit 4 Zoll Breite etwa doppelt so breit sind wie gewöhnliche Mountainbike Reifen, lassen sich diese auch mit viel weniger Druck fahren, anstatt also  mit acht Bar oder drei bis vier Bar wie am Mountainbike,  kann hier in Bereichen von unter einem Bar gearbeitet werden. Ein geringerer Reifendruck führt zu folgenden Dingen

Die Auswirkungen des geringen Reifendrucks des bis zu 4,8 Zoll breiten Fatbike-Reifens
(Grafik: Christoph Schradi) 


Felgen 

Fatbike Felgen sind spezielle Konstruktionen, die extra auf die immens große Reifenbreite ausgelegt sind, somit sind keine Standardfelgen verbaubar sondern nur Neukonstruktionen. Aufgrund der bis dato geringen Stückzahl von Fatbikes sind diese deshalb, wie auch Fatbike Reifen, noch sehr teuer. Im Vergleich zu einer herkömmlichen 26 Zoll Mountainbike Felge sind diese etwas schwerer, da sie anderen Reifenanforderungen standhalten müssen.

Die sehr markanten und breiten Fatbike Felgen
Fatbike Felge, leicht erkennbar an der enormen Breite 
und dem sehr markanten Aussehen



Einsatzgebiet

Fatbikes sind immer dann nützlich, wenn normale Fahrräder nur schwer weiterkommen, hier wäre vor allem folgendes zu nennen:

  • Schnee
  • Sand
  • Gras
  • Stark unebenes Gelände
  • Matsch
  • Regen

Räder dieser Art sind also Fahrräder, die vor allem in Extremsituationen ihre Vorteile voll und ganz ausspielen. Da gerade bei größeren Radreisen oft die Gegebenheiten der Strecke vorneherein nicht genau bekannt sind, spielen Fatbikes immer mehr in dieser Richtung eine Rolle. Hier nämlich tut das Fatbike genau was es auszeichnet – den Fahrer bei egal welchem Gelände nicht im Stich lassen. Gepaart mit einer unverwüstlichen Schaltung wie der Rohloff-Nabe sowie Gepäckträgerösen vorne und hinten, stellt es das nahezu perfekte Reiserad da. Dieses Konzept wird so z.B. stark von dem deutschen Hersteller Velotraum forciert, welche Fatbikes in verschiedenen Reiseradkonzeptionen anbieten und vermarkten, mehr dazu finden sie unter der dazugehörigen Seite von Velotraum

Ebenfalls wohl fühlen sich Fatbikes abseits von Extremen – als auch normales Touren- oder Alltagsrad taugt es allemal gut. Durch seine breiten Reifen erzeugt es ein mächtiges Rollgeräusch beim Fahren und verleiht dem Fahrer ein gewisses Gefühl von Erhabenheit und Sicherheit. Hiermit sind weder Treppenstufen noch die schrägsten Kurvenfahren ein Problem. Ebenso unberührt lassen Fatbikes harte Antritte auf Kieswegen oder anderen etwas schlecht befestigten Wegen, den Bordstein hinauf und hinunter, für das massive Fatbike keine besondere Anstrengung.

Zu allerletzt macht ein solches Fahrrad vor allem eines – polarisieren. Die staunenden Blicke von Passanten oder anderen Radfahrern sind Ihnen gewiss, der ein oder andere Plausch mit den selbigen sicher an der Tagesordnung.


Preise
Da vieles an einem Fatbike nur in geringen Stückzahlen produziert bzw. nachgefragt wird, sind Fatbikes im Vergleich zu gewöhnlichen Rädern im Schnitt etwa 100-200 Euro teuer. Das bedeutet, man bekommt für das gleiche Geld weniger Ausstattung als man bei einem herkömmlichen Rad bekäme. Zu günstig sollte es aufgrund der besonderen Anforderungen an Rahmen und Gabel auch nicht sein, gute und günstige Fatbikes beginnen bei etwa 500 – 700 Euro, je nach Ausstattung und ob eine Federgabel dabei ist oder nicht.


Vorteile eines Fatbikes

  • In jedem Terrain unglaublicher Halt, vergleichbar mit einem Traktor in der Autowelt
  • Komfortables Fahrgefühl dank dicker Reifen und geringem Reifendruck
  • Sicheres Fahrgefühl
  • Extravagantes Aussehen
  • Echtes ATB (All Terrain Bike)

Nachteile eins Fatbikes

  • Extra Reifen und Felgen notwendig sowie darauf abgestimmtes Zubehör wie Schutzbleche und somit hohe Anschaffungskosten
  • Hoher Rollwiderstand auf Asphalt
  • Lautes Rollgeräusch
  • Ersatzteile und Zubehör nur schwer erhältlich bisher und zudem sehr teuer
  • Normale Fahrradständer können aufgrund der breiten Reifen nicht genutzt werden
  • Autoständer sind mit Fatbike Reifen nicht kompatibel
  • Mehr benötigter Abstellplatz dank sehr breiter Reifen
  • Etwas schwerer als normale Mountainbikes (je nachdem plus ein bis zwei Kg)
  • Wenig Auswahl bei Reifen und Felgen


Fazit und Ausblick

Wer sich mit den vermeintlichen Nachteilen anfreunden kann erhält mit einem Fatbike einen treuen Begleiter in jeglicher Situation, zudem sind staunende und neidische Blicke inklusive.

Ob die Preise in Zukunft sinken werden hängt vor allem von den produzierten Stückzahlen ab, welche jedoch nur steigen werden wenn auch die Nachfrage steigt. Hier sind vor allem auch die Händler gefragt, denn was nicht ausgestellt wird und getestet werden kann, wird auch nicht verkauft.

Ob das Fatbike einen Siegeszug antritt oder wieder in der Versenkung verschwindet wird vor allem auch der Erfolg eines anderen Trends entscheiden, die sogenannten Plus Reifen. Hierbei handelt es sich um die Etablierung von Reifen im Bereich von 2,8 bis 3,2 Zoll an normalen Mountainbikes abseits vom professionellen Mountainbikebereich, wo diese Größen schon seit längerem üblich sind.  Diese sollen in der Saison 2016 für 27,5er und 29er Mountainbikes angeboten werden und ähnliche Vorteile wie Fatbikes bieten, allerdings mit weniger von deren Nachteilen. In wie weit dieses Versprechen haltbar ist und diese einen Erfolg werden wird die Zukunft zeigen.

 

 
 

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