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Fahrradhersteller & Fahrrad / E-Bike - Lexikon

Fahrrad - Lexikon

Die Verbindung zweier Bauteile mittels einer Schraubverbindung ist eines der gängigsten Verbindungsarten am Fahrrad.

Schraubverbindungen werden immer durch zwei Sachen charakterisiert, zum einen durch das externe Gewinde, also z.B. das einer Schraube oder eines Bolzens, welche zur Verschraubung genutzt werden soll. Das andere Gewinde wiederrum ist das innere Gewinde, also jenes in das mit Schraube oder ähnlichem geschraubt werden soll. Diese beiden Gewinde müssen passen, sodass es nicht zu Problemen bei der Verbindung kommt.

Gewindeabmessung
Gewinde werden durch die äußere Abmessung des Gewindes, sowie die Steigung des Gewindes klassifiziert.
Da die äußere Messung des Gewindes nicht immer so leicht ist, wird bei den offiziellen Größenbezeichnungen der Gewinde oft etwas aufgerundet. Ein Gewinde das laut Beschreibung somit einen 6mm Außendurchmesser vorweisen soll, hat in der Realität zwischen 5,8 und 5,9mm. Der Gewindeaußendurchmesser wird meist in mm angegeben, die betreffenden Gewinde heißen somit dann z.B. M6 oder M8 Gewinde. Ist die Abmessung nicht bekannt, so kann sie relativ einfach über eine Schiebelehre grob bestimmt werden.
Die Steigung eines Gewindes wird im europäischen Raum über den Abstand zweier Gewindegänge zueinander angegeben. In der DIN Norm 13 werden für bestimmte Außendurchmesser gewisse Standard Gewindesteigungen definiert. Weicht das Gewinde von dieser Norm nicht ab, so wird die Steigung des Gewindes meist nicht extra angegeben. Ein Gewinde mit einem Außendurchmesser von etwa 10mm und einer Gewindesteigung von 1,5mm wird somit einfach als M10 Gewinde bezeichnet. Diese Norm bezieht sich auf sogenannte Regelgewinde. Hier eine kleine Auflistung gängiger Gewindegrößen mit Gewindesteigungen.

Gängige Gewinde am Fahrrad mit deren Bezeichnung und der Gewindesteigung nach europäischer norm

Neben Regelgewinden gibt es auch noch davon abweichende Gewinde, sogenannte Feingewinde. Diese haben, wie der Name schon gut indiziert, ein feineres Gewinde, also eines mit einer geringeren Gewindesteigung. Ist dieser der Fall wird die abweichende Gewindesteigung zusätzlich angegeben. Feingewinde haben den Vorteil, dass sie auch bei Teilen mit einer geringen Wandstärke verwendet werden können. Zudem lösen sie sich nicht so leicht wie Regelgewinde, selten nötigeres Nachziehen sowie weniger Bedarf für die Schraubensicherung durch einen speziellen Kleb oder ähnliches ist das Resultat. Feingewinde kommen vor allem an sensiblen Bauteilen des Rades zum Einsatz, wie z.B. dem Umwerfer oder dem Schaltwerk. Die abweichenden Maße eines M6 Gewindes werden dann gerne in Form von M6 x 0,75 angegeben, wobei die Zweite Zahl die abweichende Gewindesteigung angibt.

Weitere Gewindenormen
Neben der europäischen ISO Norm gibt es noch diverse andere Standards für Gewinde, unter anderem US und britische Gewinde, bei welchen es keine herkömmlichen Gewindesteigungen gibt. Hier werden sowohl der Außendurchmesser als auch die Steigung in Zoll angegeben, wobei ein Zoll 2,54 Zentimeter entspricht. Die Gewindesteigung wird angegeben durch die Anzahl der Gewindegänge auf einem Zoll. Die Anzahl der Gewindegänge pro Zoll wird auch „Threads per Inch“, oder abgekürzt TPI genannt, was auf Deutsch in etwa heißt „Umdrehungen pro Zoll“. Der Außendurchmesser wird hierbei oft in Bruch angegeben, wobei ein Anführungszeichen nach dem Bruch die Abkürzung für die Einheit Zoll ist, ein Beispiel könnte z.B. sein ½ “ x 20 TPI. Da der ganze Aufbau des Gewindes komplett verschieden ist, können verschiedene Normen nicht miteinander kombiniert werden.

Links- und Rechtsgewinde
Ganz abseits von Normen werden Gewinde vor allem von ihrer Fixierrichtung bestimmt. Je nachdem ob das Gewinde beim nach rechts- oder beim nach links drehen fixiert wird, wird es als Rechts- oder Linksgewinde bezeichnet. Die Schließrichtung des Gewindes ist also ausschlaggebend für die Benennung. Schaut man sich Rechts- und Linksgewinde genauer an, so sieht man, dass die Gewindegänge jeweils leicht in Richtung ihrer Fixierrichtung ansteigen, Rechtsgewinde also nach rechts oben und Linksgewinde nach links oben. Oft werden statt Rechts- und Linksgewinde die jeweiligen Schließ- und Öffnungsrichtungen im Uhrzeigersinn angegeben, schließt sich ein Gewinde also im Uhrzeigersinn so handelt es sich um ein Rechtsgewinde, da der Uhrzeiger sich nach rechts bewegt.
Die jeweilige Fixierrichtung ist enorm wichtig, gerade bei Schraubverbindungen welche schon etwas mitgenommen sind, also vom Alter gezeichnet, kann es sonst passieren, dass die Schraube zusätzlich noch fester fixiert wird und sich daraufhin gar nicht mehr lösen lässt.

Schmieren von Gewinden
Dem Einsatz von Schmiermitteln bei den Schraubverbindungen am Fahrrad kommt eine große Bedeutung zu. Zum einen kann eine fehlende Schmierung dazu führen das Bauteile aneinander reiben und daraufhin unangenehm quietschen. Andererseits verhindert die Schmierung auch den Ansatz von Rost, da das Wasser vom Fett verdrängt wird und somit Korrosion verhindert. Gerade beim Aus- und Einbau neuer Teile oder der Wartung von Komponenten empfiehlt es sich immer Schmiermittel aufzutragen. Einer besonderen Bedeutung kommt das Schmieren an stark belasteten Bauteilen wie dem Pedal bzw. der Kurbelpedalverbindung zu. Hier kann eine fehlende Schmierung beim Einbau dazu führen, dass sich das Gewinde festfrisst und somit oft nicht mehr lösbar ist, hohe Kosten und viel Ärger sind vorprogrammiert. Als ungefähre Regel kann man festhalten, dass Regelgewinde bzw. Gewinde mit sehr großen Steigungen dickflüssiges Schmiermittel mögen, wobei kleinere, feinere Gewinde am besten mit dünnflüssigen Schmiermitteln arbeiten. Die großzügige und richtige Schmierung ist das A und O bei einem Fahrrad das auf lange Sicht möglichst reibungslos funktionieren soll.

Kaputte Gewinde
Wurde eine Schraube schräg in ein Gewinde hineingedreht so kann das Gewinde dabei Schaden nehmen. Gängig ist dies z.B. bei der Verbindung von Pedal und Kurbelarm, wird hier das Pedalgewinde nicht exakt eingedreht so können die auf Leichtbau optimierten Kurbeln leicht beschädigt werden, sodass das Pedal nicht mehr richtig Halt findet. Problematisch sind auch nicht komplett eingeschraubte Gewindeverbindungen, hier kann sich nach und nach das Bauteil lösen und somit die Gewinde beschädigen. Im Falle eines in Mitleidenschaft gezogenen Gewindes kann sich teilweiße mit dem Nachschneiden des Gewindes beholfen werden. Hierbei wird entweder versucht in den betroffenen Bauteilen das gleiche Gewinde nachzuschneiden, oder aber ein etwas größeres Gewinde einzubringen, wobei dann dementsprechend auch andere Schrauben verwendet werden müssen. Bei der Pedalkurbelverbindung ist das naschneiden nicht sehr effektiv, da die Pedalgewindeschraube nicht gegen eine größere ausgewechselt werden kann.

Korrekte Verschraubung
Was bei der Verschraubung selbst zu beachten ist findet sich beim Drehmoment

 
 

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