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Fahrradhersteller & Fahrrad / E-Bike - Lexikon

Fahrrad - Lexikon
Stempelbremse (Klotzbremse)

Die Stempelbremse ist eine sehr veralte Fahrradbremse, welche früher oft in Kombination mit einer Rücktrittbremse genutzt wurde. Das Rad besaß dann vorne eine Stempelbremse sowie für hinten eine Rücktrittbremse - also zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen. 

Funktionsweise einer Stempelbremse
Wird der Bremshebel am Lenker betätigt, so drückt die Bremsstange einen an ihrem Ende befestigten Bremsschuh nach unten. Dieser Bremsschuh ist mit einem Belag aus Gummi gefüllt, ähnlich wie bei einer heutigen Rennradbremse (Seitenzugbremse). Der Zug am Bremshebel lässt den Bremsschuh wie ein Stempel nach unten fahren. Dieser drückt dann den Bremsbelag aus Gummi auf das Vorderrad auf. Somit wird das Fahrrad durch die Reibung von Gummi auf Gummi abgebremst. Eine Feder sorgt dafür, dass nach dem Loslassen des Bremshebels der Bremsschuh wieder vom Reifen in seine Ausgangsstellung zurückgeht.

Bei der Stempelbremse an einem Rad der 50ziger bremsten Gummi auf Gummi
Der Gummi des Bremsschuhs wird auf den luftgefüllten Reifen gedrückt 
- eine schlechte Kombination, da der Gummi des Reifens sich abnutzt 
was zu einer erhöhten Platten- und Unfallgefahr führt


Probleme und Gründe für Ablösung der Stempelbremse
Nach dem Aufkommen der viel Wirkungsvolleren Cantilever- oder V-Brakes wurden Stempelbremsen seltener und seltener. Dies hat zum einen mit ihrer vergleichsweise geringen Bremskraft zu tun, welche sich vor allem bei Regen oder starken Bremsungen bemerkbarmacht. Darüber hinaus nutzt der Gummi der im Bremsschuh der Stempelbremse angebracht ist auch nach und nach den Reifen ab. Anders als bei der Felgenbremse wird hier nämlich sowohl bei der Bremse als beim „Bremsbelag“ (dem Reifen) auf zwei relativ spröde Materialen gesetzt.


Ausführungen von Stempelbremsen
Anfänglich waren vor allem Stempelbremsen verbaut worden, bei denen ein Gestänge den Stempel aufdrückt. Dies erforderte jedoch eine bestimmte Konstruktionsweise des Rades, sodass später eine andere Bauweise hinzukam – die per Bremszug angesteuerte Klotzbremse. Abseits der Vorteile beim Radbau ergaben sich jedoch keine Vorteile – der Wartungsaufwand war bedingt durch die Bowdenzüge sogar eher noch höher.

Stempelbremse deren Gestänge durch eine Aussparung im Schutzblech geführt wird


Stempelbremsenvariante welche über ein Gestänge angesteuert wird
Variante mit Gestänge einer Klotzbremse

Verbreitung und Ablösung der Klotzbremsen
In der DDR waren Stempelbremsen noch etwa bis zu den 90zigern vergleichsweise stark verbreitet, vor allem an Einsteigerrädern kamen sie zum Einsatz. In der BRD hingegen wurde schon um einiges früher auf die Felgenbremsen gesetzt. Vor allem an sportlich gefahren Rädern wurden sie deswegen schon etwa in den 50ziger bis 60ziger Jahren immer öfter durch die Felgenbremse in der BRD ersetzt.

Geschichte der Stempelbremse
Stempelbremsen stammen noch aus der Zeit der Hochräder, wo sie durch den Einsatz von Vollgummireifen keine großen Probleme mit Verschleiß von Reifen und Bremse hatten. Durch die schlecht ausgebauten Straßennetze sowie die hohen Anforderungen an die Fertigkeiten des Fahrers durch das Hochrad, waren starke Bremsmanöver weder zu empfehlen noch unbedingt notwendig. Somit konnte auch die, mit den heutigen Felgenbremsen verglichen, sehr schwache Bremskraft der Verbreitung der Klotzbremse keinen Abbruch tun. Bei luftgefüllten Reifen erwies sich die Bremsung auf der tragenden Lauffläche des Reifens als ungünstig, weswegen sie auch quasi nur als Zusatzbremse genutzt wurde. Da bei einem Großteil der Räder (wie heute übrigens oft auch) allerdings keine besonders hohe Bremskraft erforderlich war, wurde sie trotz physikalischer Nachteile erst recht spät breitflächig durch Felgenbremsen ersetzt.

 
 

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